Fettbrandlöscher – Informationen zu Fettbrandlöschern

Speiseöle und Speisefette können sich bei starker Erhitzung selbst entzünden. Eine offene Flamme ist dafür nicht zwingend erforderlich. Die genaue Selbstentzündungstemperatur hängt unter anderem von der Art, dem Alter und dem Zustand des verwendeten Öls oder Fettes ab. Fritteusen, Pfannen und andere Geräte mit heißem Fett sollten deshalb niemals unbeaufsichtigt betrieben werden.
Kommt es zu einem Fettbrand, ist schnelles und besonnenes Handeln erforderlich. Zum Löschen dürfen nur Geräte verwendet werden, die ausdrücklich für die Brandklasse F ausgewiesen sind. Sie erkennen diese Eignung am Brandklassensymbol und an einer Leistungsangabe wie beispielsweise 25F oder 40F.
Fettbrände niemals mit Wasser löschen
Ein Fettbrand darf unter keinen Umständen mit Wasser gelöscht werden. Das Wasser sinkt zunächst unter das brennende Fett, verdampft dort schlagartig und schleudert das brennende Öl aus dem Behälter. Dadurch kann eine große Stichflamme entstehen, die häufig als Fettexplosion bezeichnet wird.
Bereits eine kleine Menge Wasser kann sich beim Verdampfen auf ein Vielfaches ihres ursprünglichen Volumens ausdehnen. Das brennende Fett wird dabei möglicherweise über die Küche und auf anwesende Personen verteilt. Schwerste Verbrennungen und eine schnelle Ausbreitung des Brandes können die Folge sein.
So verhalten Sie sich bei einem Fettbrand
- Kein Wasser verwenden: Gießen Sie niemals Wasser oder andere wasserhaltige Flüssigkeiten in das brennende Fett.
- Wärmezufuhr ausschalten: Schalten Sie Herd oder Fritteuse nur ab, wenn dies gefahrlos möglich ist. Greifen Sie dabei nicht durch die Flammen.
- Gefäß nicht bewegen: Tragen Sie eine brennende Pfanne oder Fritteuse keinesfalls durch den Raum.
- Kleinen Brand abdecken: Bei einer kleinen Pfanne kann ein passender Deckel vorsichtig von der Seite aufgesetzt werden, sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Lassen Sie das Gefäß anschließend geschlossen und vollständig abkühlen.
- Geeignetes Löschgerät einsetzen: Verwenden Sie ausschließlich einen Feuerlöscher oder ein Feuerlöschspray mit ausdrücklich ausgewiesener Eignung für die Brandklasse F.
- Feuerwehr verständigen: Rufen Sie im Zweifel sofort die Feuerwehr unter 112. Schließen Sie beim Verlassen des Raumes nach Möglichkeit die Tür.
Eigene Löschversuche sind nur bei einem kleinen Entstehungsbrand sinnvoll und dürfen den Fluchtweg nicht gefährden. Breitet sich das Feuer bereits aus oder ist eine starke Rauchentwicklung vorhanden, müssen alle Personen den Gefahrenbereich verlassen.
Warum benötigt man einen speziellen Fettbrandlöscher?
Die Brandklasse F umfasst Brände von Speiseölen und Speisefetten in Frittier- und Fettbackgeräten sowie vergleichbaren Kücheneinrichtungen. Sie wurde aufgrund der besonderen Gefahren und Löscheigenschaften dieser Brände als eigene Brandklasse in die DIN EN 2 aufgenommen.
Ein geeigneter Fettbrandlöscher bringt ein speziell dafür vorgesehenes Löschmittel auf das brennende Fett auf. Das Löschmittel kühlt das Fett ab und bildet eine Sperrschicht zwischen dem Brennstoff und dem Sauerstoff. Dadurch soll der Brand gelöscht und eine erneute Entzündung verhindert werden.
Ein gewöhnlicher AB-Schaumlöscher ist nur dann für einen Fettbrand geeignet, wenn auf dem Gerät zusätzlich die Brandklasse F angegeben ist. Auch Pulver- und Kohlendioxidlöscher sollten bei brennendem Speiseöl oder Speisefett nicht eingesetzt werden, wenn sie keine ausdrückliche F-Kennzeichnung besitzen. Eine kurzzeitige Unterdrückung der Flammen reicht nicht aus, wenn das heiße Fett anschließend erneut zündet.
Was bedeutet eine Löschleistung wie 25F?
Die Zahl vor dem Buchstaben F gibt die in einer genormten Prüfung beherrschte Menge an brennbarem Speiseöl in Litern an. Ein Feuerlöscher mit der Kennzeichnung 25F hat somit eine entsprechende Prüfung mit 25 Litern Speiseöl bestanden.
Bei der Brandklasse F handelt es sich nicht um Löschmitteleinheiten, wie sie für die Brandklassen A und B verwendet werden. Eine Leistung von 25F darf daher nicht in 25 Löschmitteleinheiten umgerechnet werden.
ABF-Feuerlöscher als vielseitige Lösung
Für den Haushalt sind insbesondere ABF-Feuerlöscher interessant. Sie eignen sich nicht nur für Speiseöl- und Fettbrände, sondern zusätzlich für zahlreiche weitere Brandgefahren:
- Brandklasse A: feste Stoffe, die normalerweise unter Glutbildung verbrennen, beispielsweise Holz, Papier und Textilien
- Brandklasse B: flüssige oder flüssig werdende Stoffe, beispielsweise Benzin, Lacke oder Wachs
- Brandklasse F: Speiseöle und Speisefette in Frittier- und Fettbackgeräten
Ein ABF-Feuerlöscher kann damit einen großen Teil der typischen Brandrisiken in einer Wohnung oder einem Haus abdecken. Für die Küche ist vor allem die zusätzliche Kennzeichnung der Brandklasse F entscheidend. Ein Schaumlöscher ohne diese Kennzeichnung ist für einen Fettbrand nicht vorgesehen.
Achten Sie beim Kauf außerdem auf die ausgewiesene Löschleistung, den zulässigen Temperaturbereich und die Angaben zum Löschmittel. Soll der Feuerlöscher in einer unbeheizten Garage oder einem Gartenhaus aufgestellt werden, muss er ausdrücklich für die dort auftretenden Temperaturen geeignet sein.
Aktuelle ABF-Feuerlöscher und weitere Modelle mit ausgewiesener Fettbrandeignung finden Sie in unserem Feuerlöscher-Test und Vergleich.
Fettbrandlöscher in Gastronomie und Gewerbe
In gewerblichen Küchen richtet sich die erforderliche Löschleistung nach den vorhandenen Geräten und der möglichen Füllmenge an Speiseöl oder Speisefett. Mehrere unmittelbar nebeneinanderstehende Becken können dabei zusammengerechnet werden.
Die DGUV nennt als Beispiel für eine Fritteuse mit einer möglichen Füllmenge von 20 Litern mindestens einen Feuerlöscher mit der Leistung 25F. Dabei werden zur tatsächlichen Füllmenge fünf Liter Reserve addiert. Bei größeren Fettmengen können entsprechend leistungsfähigere Feuerlöscher oder eine fest installierte Löschanlage erforderlich sein.
Für eine gewerbliche Küche sollte die notwendige Ausstattung deshalb anhand der Gefährdungsbeurteilung und der tatsächlich vorhandenen Füllmengen festgelegt werden. Ein für einen Privathaushalt geeigneter ABF-Feuerlöscher ist nicht automatisch für jede Großküche ausreichend.
Feuerlöschspray als kompakte Alternative

Für private Küchen kann ein Feuerlöschspray eine platzsparende Alternative oder Ergänzung sein. Entscheidend ist auch hier die ausdrückliche Kennzeichnung für Fettbrände beziehungsweise die Brandklasse F. Nicht jedes Feuerlöschspray darf bei brennendem Speiseöl oder Speisefett eingesetzt werden.
Die Löschleistung unterscheidet sich je nach Produkt. Pauschale Aussagen, wonach jedes Feuerlöschspray eine bestimmte Menge brennenden Fettes löschen könne, sind deshalb nicht möglich. Maßgeblich sind die Brandklassen und die Löschleistung auf der jeweiligen Spraydose.
Durch die begrenzte Löschmittelmenge und Reichweite eignet sich ein Feuerlöschspray vor allem für kleine Entstehungsbrände. Für größere Brandrisiken und insbesondere für gewerbliche Küchen kann ein entsprechend leistungsfähiger Fettbrand- oder ABF-Feuerlöscher erforderlich sein.
Geeignete Produkte mit ausgewiesener Fettbrandeignung und weitere Hinweise finden Sie in unserem Feuerlöschspray-Test.
Aufstellung, Kontrolle und Wartung
Ein Fettbrand- oder ABF-Feuerlöscher sollte gut sichtbar und schnell erreichbar aufgestellt werden. Er darf jedoch nicht unmittelbar neben der wahrscheinlichsten Brandstelle stehen, wenn er dort im Ernstfall nur durch die Flammen hindurch erreichbar wäre. Ein Platz in der Nähe des Küchenausgangs ist häufig sinnvoll, weil der Fluchtweg während eines Löschversuchs frei bleibt.
Machen Sie sich bereits nach dem Kauf mit der Bedienung vertraut. Kontrollieren Sie regelmäßig, ob der Feuerlöscher frei zugänglich, äußerlich unbeschädigt und innerhalb seines zulässigen Temperaturbereichs gelagert ist. Tragbare Feuerlöscher sollten in der Regel spätestens alle zwei Jahre fachkundig instand gehalten werden. Nach jeder Benutzung ist eine Überprüfung und gegebenenfalls eine neue Befüllung erforderlich.
Fazit
Für Speiseöl- und Fettbrände benötigen Sie ein Löschgerät mit ausdrücklicher Kennzeichnung für die Brandklasse F. Wasser ist bei einem Fettbrand lebensgefährlich und darf niemals als Löschmittel verwendet werden.
Für den Privathaushalt ist ein ABF-Feuerlöscher besonders interessant, weil er neben Fettbränden auch zahlreiche Brandgefahren in Wohnräumen abdeckt. Ein geeignetes Feuerlöschspray kann bei kleinen Entstehungsbränden eine kompakte Alternative oder Ergänzung darstellen. Entscheidend sind in beiden Fällen die auf dem jeweiligen Produkt ausgewiesene Brandklasse F und die dazugehörige Löschleistung.
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