Seriösen Wartungsbetrieb erkennen
Spätestens einige Jahre nach dem Kauf eines Feuerlöschers stellt sich die Frage: Wo kann das Gerät fachgerecht und zu einem fairen Preis gewartet werden? Die meisten Brandschutzbetriebe arbeiten zuverlässig. Trotzdem lohnt es sich, Angebote genau zu prüfen, denn ein ungewöhnlich niedriger Einstiegspreis, nicht vereinbarte Zusatzkosten oder angebliche Pflichtkontrollen an der Haustür können auf ein unseriöses Vorgehen hindeuten.
In diesem Beitrag erfahren Sie, woran Sie einen qualifizierten Wartungsbetrieb erkennen, welche Fragen Sie vor der Beauftragung stellen sollten und welche Unterlagen Sie nach der Instandhaltung erhalten müssen.
Warum eine fachgerechte Wartung wichtig ist
Ein Feuerlöscher wird häufig über viele Jahre nicht benutzt. Ob er im Ernstfall zuverlässig funktioniert, lässt sich durch eine einfache Sichtkontrolle jedoch nicht vollständig beurteilen. Beschädigungen, Korrosion, Veränderungen des Löschmittels oder Probleme an Armatur, Schlauch und Dichtungen können die Einsatzbereitschaft beeinträchtigen.
In Arbeitsstätten müssen tragbare Feuerlöscher nach der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 grundsätzlich in Abständen von längstens zwei Jahren durch eine fachkundige Person instand gehalten werden. Abweichende Fristen können sich aus Herstellerangaben, dem Zustand des Geräts oder besonderen Umgebungsbedingungen ergeben. Im Privathaushalt besteht in der Regel keine allgemeine gesetzliche Wartungspflicht. Eine regelmäßige fachkundige Überprüfung ist trotzdem sinnvoll.
Wie lange ein Feuerlöscher insgesamt verwendet werden kann, hängt von der Bauart, dem Hersteller, seinem Zustand, der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und den Ergebnissen der Prüfungen ab. Eine pauschale Lebensdauer von 20 oder 25 Jahren lässt sich deshalb nicht für jedes Gerät garantieren.
Wer darf einen Feuerlöscher warten?
Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, dessen Mitarbeiter über die erforderliche Fachkunde für die Instandhaltung tragbarer Feuerlöscher verfügen. Als fachkundig gelten insbesondere Sachkundige nach DIN 14406-4. Für bestimmte Prüfungen des Druckbehälters können zusätzlich die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung gelten. Solche Prüfungen müssen von einer entsprechend befähigten Person durchgeführt werden.
Ein seriöser Anbieter sollte Ihnen auf Nachfrage erklären können, welche Qualifikation der ausführende Mitarbeiter besitzt und nach welchen Vorgaben das betreffende Feuerlöschermodell geprüft wird.
So finden Sie einen geeigneten Wartungsbetrieb
- Prüfen Sie das letzte Instandhaltungsdatum: Auf dem Feuerlöscher befindet sich üblicherweise ein Instandhaltungsnachweis mit dem Datum der letzten Prüfung und den Angaben des ausführenden Betriebs.
- Suchen Sie nach einem regionalen Brandschutz-Fachbetrieb: Geeignete Anbieter finden Sie über örtliche Branchenverzeichnisse, die Herstellersuche oder die Mitgliederdatenbank des Bundesverbands Brandschutz-Fachbetriebe.
- Fragen Sie nach Erfahrung mit Ihrem Gerät: Der Betrieb sollte die Bauart und möglichst auch den Hersteller kennen. Das ist besonders wichtig, wenn spezielle Ersatzteile oder Löschmittel benötigt werden.
- Holen Sie bei Bedarf mehrere Angebote ein: Bei nur einem Feuerlöscher können Anfahrtskosten einen großen Teil des Gesamtpreises ausmachen. Manche Betriebe ermöglichen deshalb die Abgabe des Geräts in ihrer Werkstatt.
- Vereinbaren Sie den Leistungsumfang schriftlich: Lassen Sie sich erklären, welche Arbeiten im Grundpreis enthalten sind und welche Zusatzkosten entstehen können.
Ihre örtliche Feuerwehr kann Ihnen möglicherweise Namen regionaler Fachbetriebe nennen. Bringen Sie einen Feuerlöscher jedoch nicht unangekündigt zur Feuerwache: Feuerwehren sind im Regelfall keine Wartungsbetriebe und nehmen Geräte nicht automatisch zur Prüfung an.
Was sollte vor der Beauftragung geklärt werden?
Ein nachvollziehbares Angebot sollte möglichst folgende Angaben enthalten:
- Preis für die reguläre Instandhaltung einschließlich Mehrwertsteuer
- mögliche Anfahrts- oder Abholkosten
- Kosten für Löschmittel, Dichtungen und sonstige Ersatzteile
- eventuelle Zuschläge für ältere Geräte oder bestimmte Bauarten
- Kosten für eine notwendige Entsorgung
- Regelung für zusätzliche Arbeiten, die erst bei der Prüfung erkennbar werden
Vereinbaren Sie am besten, dass kostenpflichtige Reparaturen oder ein Austausch des Geräts erst nach Ihrer Zustimmung erfolgen. So vermeiden Sie, dass aus einem günstigen Grundpreis eine unerwartet hohe Rechnung wird.
Weitere Informationen zu üblichen Kosten finden Sie in unserem Beitrag über die Kosten einer Feuerlöscher-Wartung.
Ist ein besonders niedriger Preis unseriös?
Ein sehr niedriger Preis kann ein Warnzeichen sein, ist für sich allein aber noch kein Beweis für eine mangelhafte Wartung. Der Preis hängt unter anderem von der Bauart, der Anzahl der Geräte, dem Arbeitsaufwand, der Anfahrt und den benötigten Ersatzteilen ab. Bei größeren Stückzahlen können Fachbetriebe deutlich günstiger arbeiten als bei einem einzelnen Feuerlöscher.
Achten Sie deshalb auf den voraussichtlichen Gesamtpreis. Ein Angebot mit einem niedrigen Grundbetrag kann teuer werden, wenn Anfahrt, Prüfplakette, Dichtungen, Löschmittel oder andere Leistungen separat berechnet werden. Ein seriöser Betrieb legt diese Kosten vor der Beauftragung verständlich offen.
Wie lange dauert eine sorgfältige Wartung?
Eine feste Mindestdauer lässt sich nicht für jeden Feuerlöscher bestimmen. Der Aufwand hängt von der Bauart, dem Alter, dem Zustand und den Herstellervorgaben ab. Auch die Arbeitsorganisation spielt eine Rolle: Bei mehreren baugleichen Geräten können einzelne Arbeitsschritte vorbereitet oder zusammengefasst werden.
Misstrauisch sollten Sie werden, wenn zahlreiche Feuerlöscher innerhalb kürzester Zeit lediglich mit einer neuen Prüfplakette versehen werden und keine erkennbaren Kontrollen stattfinden. Die benötigte Zeit allein erlaubt jedoch noch kein sicheres Urteil über die Qualität der Arbeit.
Was sagt das Werkssiegel aus?

Ein vorhandenes Werkssiegel kann darauf hinweisen, dass ein bestimmter Bereich des Feuerlöschers seit der Herstellung nicht geöffnet wurde. Daraus lässt sich allein aber nicht zuverlässig ableiten, ob eine Wartung ordnungsgemäß oder mangelhaft durchgeführt wurde. Welche Bauteile geöffnet werden müssen, richtet sich nach der Bauart, den Herstelleranweisungen und dem vorgeschriebenen Umfang der jeweiligen Prüfung.
Entscheidend sind die tatsächlich ausgeführten Arbeiten und deren Dokumentation. Wenn der Betrieb eine innere Prüfung oder das Öffnen eines versiegelten Bauteils berechnet, sollte er nachvollziehbar erklären können, wie diese Arbeit durchgeführt wurde.
Woran erkennen Sie einen seriösen Fachbetrieb?
- Der Betrieb besitzt eine nachvollziehbare Geschäftsanschrift und ist telefonisch erreichbar.
- Der Mitarbeiter kann seine Qualifikation für die Instandhaltung tragbarer Feuerlöscher erläutern.
- Die Preise und möglichen Zusatzkosten werden vor Beginn der Arbeiten genannt.
- Zusätzliche Reparaturen oder ein Austausch erfolgen erst nach Ihrer Zustimmung.
- Der Mitarbeiter erklärt festgestellte Mängel und beantwortet Fragen verständlich.
- Nach der Wartung erhalten Sie eine Rechnung und auf Wunsch einen Prüf- oder Instandhaltungsbericht.
- Das Gerät wird mit einem Instandhaltungsnachweis versehen, aus dem Betrieb und Prüfdatum hervorgehen.
- Ausgetauschte Löschmittel und nicht mehr verwendbare Geräte werden fachgerecht entsorgt.
Eine Mitgliedschaft in einem Branchenverband kann ein zusätzliches positives Merkmal sein. Sie ist jedoch keine zwingende Voraussetzung und ersetzt nicht die Prüfung des konkreten Angebots.
Warnzeichen bei unseriösen Angeboten
- Der Anbieter erscheint unangekündigt und behauptet, die Kontrolle müsse sofort durchgeführt werden.
- Es wird der Eindruck erweckt, der Mitarbeiter komme im Auftrag einer Behörde, Gemeinde oder Feuerwehr.
- Der Betrieb nennt keine vollständige Anschrift oder verweigert Angaben zur Qualifikation.
- Es wird nur mit einem niedrigen Einstiegspreis geworben, während Anfahrt und Zusatzleistungen unklar bleiben.
- Die Arbeiten beginnen ohne eindeutige Beauftragung oder Preisvereinbarung.
- Ersatzteile werden ohne Rücksprache eingebaut oder der Feuerlöscher wird ungefragt ersetzt.
- Der Anbieter verlangt ausschließlich Barzahlung und stellt keine ordentliche Rechnung aus.
- Ein noch prüfbares Gerät wird ohne nachvollziehbare Begründung als grundsätzlich unzulässig oder abgelaufen bezeichnet.
- Ein alter Feuerlöscher wird ohne Beleg mitgenommen.
Vorsicht bei angeblichen Pflichtkontrollen an der Haustür
Für private Wohnungen gibt es keine allgemeine behördliche Feuerlöscherkontrolle an der Haustür. Auch eine freiwillige Anschaffung des Feuerlöschers begründet normalerweise keine gesetzliche Pflicht, einen unangekündigten Prüfdienst einzulassen. Besondere Regelungen können sich allerdings aus Verträgen, Versicherungsbedingungen oder einer gewerblichen Nutzung ergeben.
Lassen Sie sich bei einem unerwarteten Besuch den Firmenausweis zeigen und nehmen Sie keine sofortige Beauftragung unter Zeitdruck vor. Fordern Sie ein schriftliches Angebot an und prüfen Sie den Anbieter in Ruhe. Behauptet eine Person fälschlicherweise, im Auftrag einer Behörde oder Feuerwehr zu handeln, setzt sie Sie unter Druck oder weigert sie sich zu gehen, können Sie die Polizei verständigen.
Welche Unterlagen sollten Sie nach der Wartung erhalten?
Kontrollieren Sie nach Abschluss der Arbeiten, ob der Feuerlöscher einen neuen Instandhaltungsnachweis trägt. Zusätzlich sollten die ausgeführten Arbeiten und festgestellten Mängel auf einer Rechnung oder einem Prüfbericht nachvollziehbar aufgeführt sein.
Aus den Unterlagen sollten möglichst folgende Informationen hervorgehen:
- Hersteller, Typ und gegebenenfalls Gerätenummer
- Datum der Instandhaltung
- Name des ausführenden Betriebs
- festgestellte Mängel und durchgeführte Reparaturen
- ausgetauschte Teile oder Löschmittel
- Hinweis auf erforderliche Zusatzprüfungen
- Termin beziehungsweise Frist für die nächste Instandhaltung
Bewahren Sie Rechnung und Prüfbericht zusammen mit den Geräteunterlagen auf. In Arbeitsstätten ist eine nachvollziehbare Dokumentation besonders wichtig.
Wenn der Betrieb einen Austausch empfiehlt
Nicht jeder ältere Feuerlöscher muss automatisch ersetzt werden. Ein Austausch kann jedoch wirtschaftlich oder technisch sinnvoll sein, wenn der Behälter beschädigt ist, Ersatzteile fehlen, eine aufwendige Druckprüfung erforderlich wird oder das Löschmittel nicht mehr weiterverwendet werden kann.
Lassen Sie sich den konkreten Grund nennen und vergleichen Sie die voraussichtlichen Reparaturkosten mit dem Preis eines neuen Geräts. Aktuelle Modelle und Informationen zur Auswahl finden Sie in unserem Feuerlöscher-Vergleich.
Fazit
Einen seriösen Wartungsbetrieb erkennen Sie vor allem an fachlicher Qualifikation, nachvollziehbaren Preisen und einer ordentlichen Dokumentation. Vereinbaren Sie den Leistungsumfang vor Beginn der Arbeiten und lassen Sie kostenpflichtige Zusatzarbeiten nur nach Rücksprache durchführen. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn unangekündigte Anbieter eine angeblich sofort fällige Pflichtkontrolle behaupten oder Sie zu einem schnellen Vertragsabschluss drängen.
Weiterführende Informationen
- BAuA: ASR A2.2 – Maßnahmen gegen Brände
- bvbf: Wartung und Prüfung von Feuerlöschern
- Mitgliederdatenbank des bvbf
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