Unterschied Dauerdrucklöscher / Aufladelöscher
Tragbare Feuerlöscher werden unter anderem nach der Art ihrer Druckerzeugung unterschieden. Besonders verbreitet sind Dauerdrucklöscher und Aufladelöscher. Beide Bauarten können einen Brand zuverlässig löschen, sofern das Gerät für die jeweilige Brandklasse zugelassen, ausreichend leistungsfähig und ordnungsgemäß instand gehalten ist. Der wesentliche Unterschied besteht darin, ob der Löschmittelbehälter dauerhaft unter Druck steht oder erst unmittelbar vor dem Einsatz mit Druck beaufschlagt wird. Das wirkt sich vor allem auf den Aufbau, die Wartung und die möglichen Instandhaltungskosten aus.

Was ist ein Dauerdrucklöscher?
Bei einem Dauerdrucklöscher befinden sich das Löschmittel und das Druckgas im selben Behälter. Das Löschmittel steht daher während der gesamten Nutzungsdauer unter Druck. Als Druckgas wird häufig Stickstoff verwendet.
Nach dem Entfernen der Sicherung ist ein Dauerdrucklöscher normalerweise sofort einsatzbereit. Wird der Bedienhebel betätigt, drückt das im Behälter gespeicherte Gas das Löschmittel durch den Schlauch oder die Löschdüse nach außen.
Die vergleichsweise einfache Konstruktion ermöglicht eine kostengünstige Herstellung. Deshalb werden insbesondere preiswerte Pulver-, Schaum- und Wasserlöscher häufig als Dauerdrucklöscher angeboten.
Das Manometer eines Dauerdrucklöschers
Viele Dauerdrucklöscher besitzen ein Manometer. Befindet sich dessen Zeiger im grünen Bereich, ist normalerweise noch ausreichend Betriebsdruck vorhanden. Das Manometer erlaubt damit eine einfache Sichtkontrolle.
Ein korrekter Druckwert ist jedoch kein vollständiger Funktionsnachweis. Das Manometer zeigt beispielsweise nicht, ob das Löschmittel noch verwendbar ist, der Schlauch frei ist oder sich im Inneren Korrosion gebildet hat. Es ersetzt deshalb keine fachgerechte Instandhaltung.
Vorteile eines Dauerdrucklöschers
- meist niedriger Anschaffungspreis
- einfache und kompakte Konstruktion
- nach dem Entsichern normalerweise sofort einsatzbereit
- bei vielen Modellen einfache Druckkontrolle über ein Manometer
- große Auswahl an unterschiedlichen Löschmitteln und Leistungsklassen
Nachteile eines Dauerdrucklöschers
- der Löschmittelbehälter steht permanent unter Druck
- ein schleichender Druckverlust ist während der Nutzungsdauer möglich
- für eine vollständige innere Prüfung muss das Gerät drucklos gemacht und anschließend wieder mit Druck beaufschlagt werden
- nach dem Verschließen sind eine Druckbefüllung und Dichtheitskontrolle erforderlich
- eine Reparatur oder Wartung kann bei günstigen Geräten im Verhältnis zum Neupreis unwirtschaftlich sein
Was ist ein Aufladelöscher?

Bei einem Aufladelöscher befindet sich das Druckgas in einer separaten Treibgaspatrone beziehungsweise Treibgasflasche. Der eigentliche Löschmittelbehälter steht bis zur Aktivierung des Feuerlöschers nicht unter Betriebsdruck.
Wird der Aufladelöscher aktiviert, öffnet sich die Treibgaspatrone. Das Gas strömt in den Löschmittelbehälter und setzt diesen unter Druck. Erst danach wird das Löschmittel über den Schlauch und die Löschpistole abgegeben.
Je nach Modell erfolgt die Aktivierung über einen Schlagknopf, einen Hebel oder eine andere Auslösevorrichtung. Da zwischen Aktivierung und Löschmittelabgabe ein weiterer Bedienungsschritt erforderlich sein kann, sollten Sie sich bereits nach dem Kauf mit der Anleitung Ihres Gerätes vertraut machen.
Wichtig: Ein Aufladelöscher ist nicht vollständig drucklos. Die separate Treibgaspatrone steht auch während der Lagerung unter Druck. Lediglich der wesentlich größere Löschmittelbehälter wird erst beim Einsatz mit Druck beaufschlagt.
Vorteile eines Aufladelöschers
- der Löschmittelbehälter steht während der Lagerung nicht dauerhaft unter Betriebsdruck
- servicefreundlicher und reparaturfreundlicher Aufbau
- der Löschmittelbehälter kann bei der Instandhaltung ohne vorherige Druckentlastung geöffnet werden
- die Treibgaspatrone kann separat kontrolliert und gewogen werden
- Verschleißteile, Löschmittel und Treibgaspatrone lassen sich getrennt prüfen oder austauschen
- bei vielen hochwertigen Modellen langfristig gute Ersatzteilversorgung
- bei entsprechender Gerätequalität und regelmäßiger Instandhaltung lange Nutzungsdauer möglich
Vergleich: Dauerdrucklöscher und Aufladelöscher
| Kriterium | Dauerdrucklöscher | Aufladelöscher |
|---|---|---|
| Funktionsprinzip | Löschmittel und Druckgas befinden sich im selben Behälter. | Das Druckgas befindet sich in einer separaten Treibgaspatrone. |
| Druckzustand | Der Löschmittelbehälter steht dauerhaft unter Druck. | Der Löschmittelbehälter wird erst bei der Aktivierung unter Druck gesetzt. |
| Bedienung | Nach dem Entsichern meistens unmittelbar einsatzbereit. | Muss vor der Löschmittelabgabe aufgeladen beziehungsweise aktiviert werden. |
| Druckanzeige | Häufig mit Manometer ausgestattet. | Am Löschmittelbehälter normalerweise kein Manometer erforderlich. |
| Instandhaltung | Für die innere Prüfung muss der Behälter drucklos gemacht und anschließend wieder befüllt werden. | Löschmittelbehälter und Treibgaspatrone können getrennt kontrolliert werden. |
| Wartungskosten | Können wegen der Druckentlastung, Wiederbefüllung und Dichtheitskontrolle höher ausfallen. | Können bei servicefreundlichen Modellen und guter Ersatzteilversorgung niedriger ausfallen. |
| Anschaffungskosten | In der Regel günstiger. | In der Regel höher. |
| Lebensdauer | Bei guter Gerätequalität und regelmäßiger Instandhaltung ist eine lange Nutzungsdauer möglich. | Bei hochwertigen Geräten und regelmäßiger Instandhaltung sind je nach Hersteller lange Nutzungszeiten von etwa 20 Jahren oder teilweise darüber hinaus möglich. |
| Löschleistung | Abhängig von Löschmittel, Füllmenge, Konstruktion und geprüftem Brandrating. | Abhängig von Löschmittel, Füllmenge, Konstruktion und geprüftem Brandrating. |
Ist ein Aufladelöscher leistungsfähiger?
Die Bauweise allein sagt nichts über die Löschleistung aus. Ein Aufladelöscher löscht nicht automatisch besser als ein Dauerdrucklöscher. Entscheidend ist die auf dem Gerät angegebene und in einer genormten Prüfung erreichte Löschleistung, beispielsweise 27A, 34A, 144B oder 183B.
Wie oft müssen beide Bauarten gewartet werden?
Für die übliche Instandhaltung besteht kein grundsätzlich längeres Wartungsintervall für Pulver- oder Aufladelöscher. In Arbeitsstätten sind Feuerlöscher in regelmäßigen Abständen sachgerecht instand zu halten. Als üblicher Höchstabstand werden zwei Jahre angesetzt, sofern der Hersteller oder besondere Einsatzbedingungen keine kürzere Frist vorgeben.
Auch im Privathaushalt ist eine fachgerechte Kontrolle in entsprechenden Abständen sinnvoll, obwohl dort grundsätzlich keine allgemeine gesetzliche Pflicht zum Besitz eines Feuerlöschers besteht. Wer möchte schon im Ernstfall ein nicht funktionierendes Gerät bedienen?!
Nach jeder Betätigung muss der Feuerlöscher von einem Fachbetrieb überprüft und wieder einsatzbereit gemacht werden – selbst wenn nur eine kleine Menge Löschmittel abgegeben wurde.
Lebensdauer: Halten Aufladelöscher länger?
Feuerlöscher besitzen kein für sämtliche Geräte einheitliches Ablaufdatum. Hersteller nennen abhängig von Bauart und Modell unterschiedliche empfohlene Nutzungszeiten. Bei hochwertigen und regelmäßig instand gehaltenen Feuerlöschern sind ungefähr 20 Jahre möglich. Einzelne Hersteller sehen für bestimmte Aufladelöscher auch längere Nutzungszeiten vor.
Entscheidend sind unter anderem:
- die Vorgaben des Herstellers,
- der technische Zustand des Behälters,
- die Verfügbarkeit zugelassener Ersatz- und Löschmittel,
- Korrosion oder mechanische Beschädigungen,
- die bisherigen Umgebungs- und Lagerbedingungen,
- das Ergebnis der fachgerechten Instandhaltung.
Die weitere Verwendung oder Aussonderung sollte deshalb anhand des konkreten Gerätes und nicht allein anhand einer allgemeinen Altersangabe entschieden werden.
Sind Dauerdrucklöscher weniger sicher?
Ein zugelassener und ordnungsgemäß instand gehaltener Dauerdrucklöscher ist nicht grundsätzlich unsicher. Die dauerhafte Druckbeaufschlagung ist ein konstruktives Merkmal dieser Bauart und wird bei der Herstellung und Zulassung berücksichtigt.
Ein Vorteil des Aufladelöschers besteht darin, dass der große Löschmittelbehälter während der Lagerung nicht ständig unter Betriebsdruck steht. Daraus sollte jedoch keine pauschale Warnung vor Dauerdrucklöschern abgeleitet werden. Beschädigte, stark korrodierte oder unsachgemäß veränderte Feuerlöscher dürfen unabhängig von ihrer Bauart nicht weiterverwendet werden.
Welche Bauart verursacht geringere Wartungskosten?
Ein Aufladelöscher kann über seine Nutzungsdauer wirtschaftlicher sein, weil Löschmittelbehälter, Treibgaspatrone und weitere Komponenten getrennt geprüft werden können. Bei Schaum-Aufladelöschern mit separater Löschmittelkartusche kann außerdem der Austausch des Schaummittels vereinfacht werden.
Die Wartung ist jedoch nicht in jedem Fall automatisch günstiger. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Modell, Hersteller, Löschmittel, Zustand, benötigten Ersatzteilen und vom beauftragten Fachbetrieb ab. Auch Anfahrt und Anzahl der zu prüfenden Geräte beeinflussen den Preis.
Vor dem Kauf kann es deshalb sinnvoll sein, bei einem örtlichen Brandschutzbetrieb nach folgenden Punkten zu fragen:
- Kann der Betrieb das gewünschte Modell instand halten?
- Sind Ersatzteile und passende Löschmittel verfügbar?
- Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten einer regulären Instandhaltung?
- Welche Nutzungsdauer empfiehlt der Hersteller?
- Was kostet eine Wiederbefüllung nach einer Betätigung?
Woran erkennt man die Bauart?
Ein Manometer ist häufig ein Hinweis auf einen Dauerdrucklöscher, weil sich damit der ständig vorhandene Betriebsdruck kontrollieren lässt. Dieses Merkmal ist jedoch nicht für jede Feuerlöscherart eindeutig. Kohlendioxidlöscher stehen beispielsweise ebenfalls unter Druck, besitzen aber üblicherweise kein Manometer.
Bei einem Aufladelöscher ist häufig ein Schlagknopf oder eine vergleichbare Vorrichtung zum Öffnen der Treibgaspatrone vorhanden. Verlassen Sie sich bei der Bestimmung der Bauart dennoch auf die Produktbeschreibung, die Gerätekennzeichnung und die Bedienungsanleitung des Herstellers.
Unsere Empfehlung: Aufladelöscher für eine langfristige Anschaffung
Wenn Sie einen Feuerlöscher langfristig nutzen und regelmäßig fachgerecht instand halten lassen möchten, empfehlen wir einen hochwertigen Aufladelöscher. Seine servicefreundliche Konstruktion, die getrennte Treibgaspatrone und die häufig gute Ersatzteilversorgung sprechen insbesondere bei einer geplanten Nutzungsdauer von ungefähr 20 Jahren für diese Bauart.
Die höheren Anschaffungskosten können sich über die gesamte Nutzungsdauer durch eine einfachere Reparatur, den getrennten Austausch einzelner Komponenten und möglicherweise niedrigere Wartungskosten ausgleichen. Eine schnelle Amortisation lässt sich jedoch nicht für jedes Modell garantieren.
Ein Dauerdrucklöscher bleibt eine sinnvolle Alternative, wenn ein niedriger Anschaffungspreis im Vordergrund steht oder das Gerät nur für einen begrenzten Zeitraum benötigt wird. Auch hier sollte auf einen etablierten Hersteller, eine ausreichende Löschleistung und eine gesicherte Wartungsmöglichkeit geachtet werden. Für Wohnräume empfehlen wir unabhängig von der Bauart einen möglichst fluorfreien Schaum- oder ABF-Feuerlöscher. Für Garagen, Werkstätten und frostgefährdete Bereiche kann je nach Brandgefahr und Temperaturbereich ein anderes Löschmittel erforderlich sein.
Eine Übersicht aktueller Modelle finden Sie in unserem Feuerlöscher-Test.
Fazit
Bei einem Dauerdrucklöscher stehen Löschmittel und Behälter dauerhaft unter Druck. Beim Aufladelöscher wird der Löschmittelbehälter dagegen erst unmittelbar vor dem Einsatz durch eine separate Treibgaspatrone mit Druck beaufschlagt.
Für eine langfristige Anschaffung ist ein hochwertiger Aufladelöscher häufig die bessere Wahl. Er ist servicefreundlich aufgebaut und kann bei guter Ersatzteilversorgung sowie regelmäßiger fachgerechter Instandhaltung eine lange Nutzungsdauer erreichen. Der Dauerdrucklöscher punktet vor allem mit seinem niedrigeren Anschaffungspreis und der einfachen Konstruktion.
Über die tatsächliche Qualität und Löschwirkung entscheidet allerdings nicht allein die Bauart. Vergleichen Sie deshalb immer die Brandklassen, die geprüfte Löschleistung, den Temperaturbereich, die Herstellerempfehlungen und die langfristigen Wartungsmöglichkeiten.
Quellen und weiterführende Informationen
- bvfa: Informationen und Wissenswertes zu Aufladelöschern
- bvfa: Informationen über tragbare Feuerlöscher und deren Instandhaltung
- GLORIA: Häufig gestellte Fragen zu Feuerlöschern und Lebensdauer
- Betriebssicherheitsverordnung
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